Eine Website Relaunch Checkliste ist kein Designplan, sondern ein Übergabeplan: Sie hält fest, welche Inhalte, Adressen und Messpunkte von der alten Website in die neue übergehen. Wer diese Liste erst nach dem Go-live schreibt, bezahlt den Relaunch zweimal – einmal in der Gestaltung und einmal in verlorener Sichtbarkeit.

Der folgende Ablauf richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, die eine gewachsene Website ersetzen und ihre Platzierungen behalten wollen. Es geht um Reihenfolge, Zuständigkeit und Messung – nicht um Gestaltungstrends. Was ein Relaunch kostet, steht ausführlich im Beitrag zu den Kosten und Folgekosten einer Website.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bestandsaufnahme kommt vor dem Entwurf: ohne vollständige Adressliste mit Zugriffszahlen gibt es kein belastbares Redirect-Konzept.
  • Jede alte Adresse braucht ein Ziel. Ungeklärte Adressen sind die häufigste Ursache für Sichtbarkeitsverluste nach dem Umzug.
  • Inhalte werden übernommen, nicht verschlankt: Textumfang, Überschriftenstruktur und Seitentitel gehören zum Bestand.
  • Technische Abnahme heißt Core Web Vitals, Barrierefreiheit, Pflichtseiten und Messtechnik – in einer Testumgebung, die für Suchmaschinen gesperrt ist.
  • Nach dem Go-live gilt ein festes Beobachtungsfenster: 72 Stunden, vier Wochen, drei Monate.

Was gehört in eine Website Relaunch Checkliste?

Eine belastbare Checkliste ordnet den Relaunch in fünf Phasen und benennt für jede Phase ein überprüfbares Ergebnis. Erst dieses Ergebnis entscheidet, ob die nächste Phase beginnen darf.

Der Vorteil dieser Form: Sie können an jedem Punkt sagen, was fertig ist und was noch fehlt. Eine Liste aus Einzeltipps leistet das nicht, weil sie keine Reihenfolge kennt.

Jede Phase braucht zusätzlich eine benannte Person im Unternehmen, die freigibt. In der Praxis verzögert nicht die Umsetzung den Relaunch, sondern die Rückmeldung zu Texten, Bildern und Rechtsangaben. Wer die Freigaben vorab terminiert, verkürzt die Projektdauer deutlicher als jede technische Entscheidung.

PhaseKernaufgabeErgebnis
1. BestandsaufnahmeAlle Adressen, Zugriffszahlen und Suchanfragen exportierenVollständige Adressliste mit Priorität
2. KonzeptSeitenstruktur, Inhaltszuordnung, Zieladressen festlegenRedirect-Konzept und Seitenbaum
3. UmsetzungGestaltung, Inhalte, Vorlagen, Seitentitel übertragenTestumgebung mit vollständigen Inhalten
4. AbnahmeTechnik, Recht, Messtechnik und Weiterleitungen prüfenAbnahmeprotokoll ohne offene Punkte
5. Go-live und BeobachtungUmschalten, Indexierung anstoßen, Kennzahlen verfolgenBericht nach 72 Stunden und nach vier Wochen

Wie gelingt ein Relaunch ohne Rankingverlust?

Ein Relaunch ohne Rankingverlust gelingt, wenn die neue Website den Bestand der alten vollständig übernimmt: jede Adresse, jeden Seitentitel, jeden tragenden Textabschnitt. Verluste entstehen fast nie durch neues Design, sondern durch stillschweigend gelöschte Inhalte.

  1. Adressliste der aktuellen Website samt organischen Zugriffen je Seite exportieren und nach Zugriffen sortieren.
  2. Für jede Adresse entscheiden: übernehmen, zusammenlegen oder bewusst aufgeben – mit schriftlicher Begründung.
  3. Seitentitel, Beschreibungen und strukturierte Daten der stärksten Seiten eins zu eins mitnehmen.
  4. Textumfang und Überschriftenstruktur alter und neuer Seiten vergleichen, bevor die Testumgebung abgenommen wird.
  5. Nur eine Änderung auf einmal durchführen: Umzug und Umstellung der Adressstruktur nicht im selben Schritt.

Die zweite Entscheidung ist die schwierigste, weil sie Inhalte betrifft, die im Unternehmen niemand mehr vertritt. Als Maßstab taugt nur die Nachfrage: Eine Seite mit regelmäßigen Zugriffen aus der Suche wird übernommen, auch wenn sie nicht in das neue Gestaltungsraster passt. Zusammenlegen ist erlaubt, Löschen ohne Nachfolger nur bei Seiten ohne Nachfrage und ohne Verweise von außen.

Den letzten Punkt empfiehlt auch Google in seiner Anleitung zu Website-Umzügen mit Adressänderungen: Änderungen nacheinander planen, große Websites abschnittsweise umziehen und den Verkehr auf alten und neuen Adressen parallel beobachten. Wie die Platzierungen überhaupt entstehen, zeigt der Beitrag zu den SEO-Grundlagen in der richtigen Reihenfolge.

Wie bauen Sie ein belastbares Redirect-Konzept?

Ein Redirect-Konzept ist eine Tabelle, in der jede alte Adresse genau einer neuen Adresse zugeordnet ist – ohne Sammelweiterleitung auf die Startseite. Es entsteht in der Konzeptphase, nicht am Tag des Go-live.

Technisch gilt die permanente Weiterleitung mit dem Statuscode 301 als Standardfall, weil sie Nutzern und Suchmaschinen eine endgültige neue Adresse meldet; Google beschreibt die Varianten in seiner Dokumentation zu Weiterleitungen und der Google Suche.

  • Jede Weiterleitung führt auf eine Seite mit vergleichbarem Inhalt, nicht auf eine thematisch fremde Übersicht.
  • Weiterleitungsketten werden aufgelöst: ein Sprung, nicht drei.
  • Die Zuordnung wird in der Testumgebung durchgetestet, bevor umgeschaltet wird.
  • Weiterleitungen bleiben dauerhaft bestehen, mindestens aber ein Jahr über den Go-live hinaus.
  • Seiten ohne Nachfolger erhalten eine hilfreiche Fehlerseite mit Suche und Einstiegspunkten.

Ein typisches Beispiel: Aus drei einzelnen Leistungsseiten wird im neuen Aufbau eine Seite mit drei Abschnitten. Dann zeigen alle drei alten Adressen auf die neue Seite, und die Inhalte der aufgelösten Seiten erscheinen dort vollständig wieder. Fehlt der Inhalt, ist die Weiterleitung technisch korrekt und inhaltlich trotzdem ein Verlust.

Welche Core Web Vitals prüfen Sie vor dem Go-live?

Core Web Vitals sind die drei Messwerte, mit denen Google die erlebte Qualität einer Seite bewertet: Ladezeit des größten Inhalts, Reaktionszeit auf Eingaben und Stabilität des Layouts. Alle drei werden im Feld gemessen, nicht im Labor.

MesswertWas er misstGuter Wert
LCPLadezeit des größten sichtbaren Inhaltsbis 2,5 Sekunden
INPReaktionszeit auf die Eingabe der Nutzerbis 200 Millisekunden
CLSUnerwartete Verschiebungen im Layoutbis 0,1

Die Schwellenwerte und ihre Begründung dokumentiert das Chrome-Team unter defining Core Web Vitals thresholds; bewertet wird jeweils das 75. Perzentil echter Seitenaufrufe. Für die Abnahme heißt das: ein einzelner Labortest genügt nicht, die Werte brauchen nach dem Go-live ein paar Wochen Feldmessung. Wer Gestaltung und Ladezeit gemeinsam plant, braucht später keine Nachbesserung – darum gehört beides in die Neugestaltung der Website.

Was prüfen Sie rechtlich und technisch vor dem Go-live?

Die rechtliche Abnahme umfasst Pflichtangaben, Barrierefreiheit und Einwilligungen – drei Punkte, die in gestaltungsgetriebenen Projekten regelmäßig untergehen. Ein Relaunch ist der günstigste Zeitpunkt, sie zu erledigen, weil Vorlagen ohnehin neu entstehen.

Seit 2025 verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele digitale Dienstleistungen eine barrierefreie Nutzung; die Anforderung selbst steht in § 3 BFSG. Wer betroffen ist und welche Ausnahmen für Kleinstunternehmen gelten, klärt der Beitrag zur Pflicht zur barrierefreien Website.

  • Impressum und Datenschutzerklärung erreichbar, aktuell und von jeder Seite verlinkt.
  • Einwilligungsbanner so eingerichtet, dass Messtechnik erst nach Zustimmung lädt.
  • Tastaturbedienung, Kontraste und Alternativtexte in allen neuen Vorlagen geprüft.
  • Formulare und Terminbuchung getestet, inklusive Bestätigungsmails.
  • Testumgebung auf „noindex“ gestellt und in der robots.txt gesperrt, damit keine Doppelinhalte entstehen.

Zur technischen Abnahme gehört außerdem die Messtechnik selbst. Wenn Zählpixel, Zielvorhaben und Anbindung an die Search Console erst nach dem Go-live eingerichtet werden, fehlt genau in der kritischen Woche die Datengrundlage. Die neue Website übernimmt deshalb die bestehende Messung unverändert, bevor zusätzliche Auswertungen eingebaut werden.

Was bedeutet ein Relaunch für Ihre Homepage und wann lohnt er sich?

Ein Relaunch bedeutet, dass Ihre Homepage technisch, strukturell und inhaltlich neu aufgebaut wird – nicht nur neu gestaltet. Er lohnt sich, wenn alle drei Ebenen gleichzeitig am Ende sind: keine Sicherheitsaktualisierungen mehr, gewachsene Altlasten in der Navigation, Inhalte ohne Bezug zum heutigen Angebot.

Trifft nur einer dieser Punkte zu, sind Teilschritte in der Regel günstiger und risikoärmer: eine neue Startseite, eine überarbeitete Leistungsseite, ein Technikwechsel ohne Adressänderung. Der Vorteil liegt im Risiko, nicht nur im Budget – wer die Adressstruktur unangetastet lässt, kann auch nichts verlieren. Teilschritte haben zudem den Nebeneffekt, dass jede Änderung einzeln messbar bleibt und sich im Zweifel zurücknehmen lässt.

Wir benennen offen, wenn ein Vorhaben den Aufwand nicht rechtfertigt, und arbeiten mit Festpreisen; die Pakete und Größenordnungen stehen auf der Seite Preise und Festpreispakete. Für die laufende Sichtbarkeit nach dem Umzug ist ohnehin nicht der Relaunch entscheidend, sondern die fortlaufende SEO-Betreuung.

Wie messen Sie den Erfolg nach dem Go-live?

Der Erfolg eines Relaunches wird in drei festen Fenstern gemessen, nicht nach Gefühl. Schwankungen in den ersten Tagen sind normal, solange sie sich im vierten Fenster zurückbilden.

  1. Erste 72 Stunden: Weiterleitungen stichprobenartig prüfen, Indexierungsfehler in der Search Console beheben, Fehlerseiten im Serverprotokoll auswerten.
  2. Erste zwei Wochen: Abdeckungsberichte beobachten, fehlende Seiten nachmelden, Formulare und Zielvorhaben gegen die Vorperiode vergleichen.
  3. Vier Wochen: Platzierungen der zwanzig wichtigsten Suchanfragen mit dem Stand vor dem Umzug vergleichen.
  4. Drei Monate: Core Web Vitals im Feld bewerten und die Inhalte der stärksten Seiten nachschärfen.

Die Messbasis entsteht vor dem Umzug: Platzierungen, Zugriffe und Formularabschlüsse der wichtigsten Seiten werden als Momentaufnahme gesichert. Ohne diesen Stand lässt sich hinterher nicht belegen, ob der Relaunch geholfen oder geschadet hat.

Wichtig ist der Vergleichsmaßstab: nicht der Vormonat, sondern derselbe Zeitraum des Vorjahres, weil Saisonverläufe sonst als Relaunch-Effekt erscheinen. Bleibt eine wichtige Seite nach vier Wochen deutlich zurück, liegt die Ursache meist in einer unvollständigen Weiterleitung oder in gekürztem Text, nicht im Design.

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Ein Relaunch für einen mittelständischen Betrieb mit zehn bis dreißig Seiten dauert in der Praxis acht bis zwölf Wochen, verteilt auf Konzept, Umsetzung und Abnahme. Den Takt bestimmt selten die Technik, sondern die Freigabe von Texten und Bildern im Unternehmen.

Wie lange müssen Weiterleitungen bestehen bleiben?

Weiterleitungen bleiben dauerhaft aktiv, mindestens aber ein Jahr über den Go-live hinaus. Suchmaschinen brauchen mehrere Besuche, bis die neue Adresse die alte vollständig ersetzt hat, und auch Lesezeichen oder Verweise aus Verzeichnissen zeigen jahrelang auf alte Adressen.

Was kostet ein Website-Relaunch?

Der Preis hängt von Seitenzahl, Inhaltsmenge und Anbindungen ab, nicht von der Gestaltung allein. Die Größenordnungen, Folgekosten und typischen Kostentreiber stehen im Beitrag zu den Website-Kosten für Unternehmen, damit dieser Ablaufplan beim Verfahren bleibt.

Sollte man die Adressstruktur beim Relaunch ändern?

Die Adressstruktur wird nur geändert, wenn es einen inhaltlichen Grund gibt – etwa eine neue Sortierung des Angebots. Jede Änderung erzeugt Weiterleitungen und damit Risiko, deshalb bleibt eine funktionierende Struktur im Zweifel unverändert.

Ihr Relaunch mit ZeuZ IT

Wir planen Relaunches als Übergabe: Bestandsaufnahme, Redirect-Konzept, Abnahmeprotokoll und ein Beobachtungsfenster nach dem Go-live. Wenn Teilschritte günstiger sind als ein vollständiger Neubau, sagen wir das vor dem Angebot – und arbeiten in beiden Fällen mit Festpreisen.

Nennen Sie uns die Adresse Ihrer heutigen Website und das Ziel des Relaunches – wir antworten mit einer Einschätzung des Übergaberisikos und einem Festpreis.